Stadt Bremerhaven
Kondome auf der Straße
Prostitution in der Van-Heukelum-Straße regt Anwohner auf – CDU will handeln
Bremerhaven. In der Van-Heukelum-Straße gärt es: Anwohner klagen darüber, dass die Zustände auf dem Straßenstrich ein unzumutbares Ausmaß erreicht haben. Die CDU fordert die Polizei daher zu einem entschlosseneren Vorgehen auf.
„Das Problem ist so groß geworden, dass man es nicht mehr akzeptieren kann“, sagte Fraktionschef Paul Bödeker bei einer CDU-Veranstaltung im „Laubenpieper“. Während der Straßenstrich früher von drogenabhängigen Frauen frequentiert wurde, die in den Abendstunden ihrem Gewerbe nachgingen, finden sich die Freier inzwischen schon tagsüber ein – bedient werden sie überwiegend von Prostituierten aus Osteuropa. Diese gehen auf der Suche nach Kundschaft bisweilen aggressiv zu Werke. „Die Frauen stehen ja nicht nur dort und bieten sich an, sondern springen direkt vors Auto“, berichtete eine Anwohnerin. Auch die „entsprechenden Überbleibsel“, wie der CDU-Stadtverordnete Thorsten Raschen es nannte, sorgen für Zorn – benutzte Kondome und anderer Unrat liegen auf der Straße, das angrenzende Kleingartengebiet wird ebenfalls zugemüllt.
Dass die Ordnungshüter dem Treiben auf der Van-Heukelum-Straße tatenlos gegenüberstehen, wies Harry Götze zurück. „Wir kommen unserer Aufgabe, diesen Bereich zu überprüfen, stark nach“, betonte der Direktor der Ortspolizeibehörde, der einen schweren Stand im „Laubenpieper“ hatte. Götze erinnerte daran, dass die Polizei nur im rechtlich zulässigen Rahmen tätig werden könne: „Grundsätzlich ist es den Damen nicht verboten, dieser Tätigkeit nachzukommen.“ Platzverweise und verstärkte Verkehrskontrollen seien nicht so einfach durchsetzbar, wie viele Anwohnern dies wünschten.
Mit diesen Aussagen gaben sich weder die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer noch die CDU-Vertreter zufrieden. „Der Zustand, wie er jetzt ist, ist unhaltbar“, forderte Bödeker mehr polizeiliche Aktivität, räumte aber ein, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen von der Politik und nicht von der Polizei gesetzt werden. Deshalb will sich die CDU jetzt mit ihrem Koalitionspartner SPD abstimmen, „was man machen kann“. Eine Verlegung des Straßenstrichs macht laut Bödeker keinen Sinn, weil die Probleme dann anderswo in der Stadt wieder auftauchen würde – die CDU sei aber der Meinung, dass die Prostitution auf den Bereich der Lessingstraße beschränkt bleiben sollte.
Die Anwohner drängten wort- und lautstark auf eine Lösung. „Ich habe sechs Enkelkinder, die möchte ich gar nicht mehr mitnehmen“, meinte ein Kleingärtner.





