Wirtschaft

Rückkehr zur alten Stärke

Umschlagszahlen in den Bremischen Häfen steigen wieder – 11,4 Prozent mehr bei Containern

Bremerhaven. Es geht wieder aufwärts in den Bremischen Häfen. Diese Bilanz zieht der Bremer Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner (SPD) aus den Umschlagszahlen des ersten Halbjahres. Insgesamt stieg der Umschlag um 18 Prozent. „Die Logistikstandorte Bremen und Bremerhaven finden zu alter Stärke zurück“, meint Günthner zufrieden.

Allein in Bremerhaven wuchs der gesamte Umschlag um 15,1 Prozent von 24,1 auf 27,8 Millionen Tonnen. Besonders gut erholte sich die Lage auf dem Container-Terminal. 2,4 Millionen TEU (20-Zoll-Standardcontainer) wurden von Januar bis Juni ver- und entladen. Das waren 250 000 TEU mehr als im Vergleichzeitraum des vergangenen Jahres, was einem Wachstum von 11,4 Prozent entspricht.

Den größten Zuwachs im Containerbereich verzeichnet dabei das MSC Gate Bremerhaven. Hier stieg der Umschlag um satte 33 Prozent von 436 000 TEU auf 580 000 TEU. Das meldet der „Tägliche Hafenbericht“. Das North Sea Terminal Bremerhaven brachte es demnach immerhin auf einen Anstieg von 8,9 Prozent (von 1,347 Millionen TEU auf 1,468 Millionen TEU). Lediglich das Eurogate Terminal Bremerhaven musste einen weiteren leichten Rückgang von 2,8 Prozent hinnehmen. Hier sank die Zahl der umgeschlagenen Container laut „Täglicher Hafenbericht“ von 349 000 TEU auf 334 000 TEU.

Rüdiger Staats, Sprecher der Hafengesellschaft Bremenports, sieht die Gesamtzahlen als äußerst positiv: „Natürlich sind wir damit noch längst nicht wieder auf dem Stand von 2008 (5,5 Millionen TEU). Das wird wohl auch noch ein paar Jahre dauern.“ Zudem sei 2008 auch bisher mit Abstand das beste Jahr nach einer langen Zeit des Wachstums gewesen. Er schätzt, dass in Bremerhaven noch in diesem Jahr wieder fünf Millionen TEU umgeschlagen werden könnten, 2009 waren es 4,6 Millionen TEU. „Möglich ist die gute Entwicklung nur dadurch, dass es gelungen ist, mit Maersk und MSC zwei starke Partner an den Standort zu binden, die große Ladungsmengen auf Bremerhaven ziehen“, meint Staats.

Diese Entwicklung wird sich wohl auch im Ranking der Containerhäfen bemerkbar machen. Nach den Umschlagszahlen 2009 fiel Bremerhaven mit einem Minus von 18 Prozent um vier Plätze auf Rang 23. Mit dem Minus blieb Bremerhaven aber weit hinter Hamburg (Umschlag 2009: 9,7 Millionen TEU). Dieses musste satte 28 Prozent Umschlagverlust hinnehmen – der stärkste Verlust aller 30 führenden Containerhäfen. Der Hafen fiel ebenfalls um vier Plätze auf Rang 15. In Hamburg zog der Umschlag laut Staats im ersten Halbjahr mit 4,3 Prozent auch nicht so stark an wie in Bremerhaven. An der Elbe wurden von Januar bis Juni 3,7 Millionen TEU umgeschlagen.

„Unser Rang unter den 30 führenden Containerhäfen ist aber eher nebensächlich“, meint Staats. Es gehe nur um die Entwicklung am eigenen Standort. Und da sei man mit den Firmen NTB, Eurogate und MSC gut aufgestellt.

Auch bei den Automobilen zog der Umschlag wieder an: um 37,3 Prozent. Die Zahl der Fahrzeuge stieg von 521 867 auf 716 405, wobei etwa dreimal so viele Fahrzeuge aus- wie eingeführt werden.